Dienstag, 22. Oktober 2013

Bellabike

Am Morgen gab es eine ernüchternde E-Mail: der Geldtransfer nach Dänemark hatte offenbar noch nicht geklappt, die SEPA-Mühlen mahlten langsam, wie alles, denn schließlich kann man ja auch eine EIL-SEPA-Überweisung wählen, wenn man seinem Bankinstitut nur genügend Geld in den gierigen Rachen wirft.

Auch der Nachbarin gefällt's. Eine etwas größere Variante für sechs Kinder wäre das ideale Tagesmuttermobil.



Ich prüfte also nach, ob ich einen Fehler gemacht haben könnte, was aufgrund der Übernahme der Bankdaten per Copy und Paste aus der PDF-Rechnung aber recht unwahrscheinlich erschien, war wenig überrascht, alles korrekt vorzufinden, und versuchte, nicht allzu traurig zu sein, dass es mit dem Fahrrad nun wohl noch ein paar Tage dauern würde.

Auch für artistische Übungen geeignet.


Mittags stand ich mit den Kollegen vorm Büro und dachte über einen geeigneten Snack nach, als meine Smartwatch vibrierte. Eine unbekannte Nummer habe versucht, mich anzurufen. Vermutlich in den 30 Sekunden, während denen ich mich im Treppenhaus meiner Agentur befand, dem am besten gegen jegliche Form von Strahlung abgeschirmten Gewölbe im ganzen Münsterland.

Also rief ich zurück und es meldete sich ein Spediteur. Er stünde direkt vor meiner Tür. Ich entschuldigte mich, dass ich nicht mit ihm gerechnet hatte (kündigen die sich nicht normalerweise auch vorher an?), sagte mein unverzügliches erscheinen zu und schwang mich auf's Rad.

Wenige Minuten später war ich vor Ort, auf dem Weg begegneten mir zu aller Freude noch liebe Nachbarn, die auch sehr viel für Lastenräder über haben, und gemeinsam sahen wir zu, wie der LKW-Fahrer das hochkant mit der Schnauze auf eine Euro-Palette montierte Fahrrad entlud und am Eingang der Siedlung abstellte.

Was auf YouTube immer wieder als Auspackzeremonie mit lächerlich kleinem Elektronik-Equipment passiert ist nichts gegen das Auswickeln eines ausgewachsenen Lasten-Dreirades! Flugs Folie entfernt, Vorderräder montiert, aufgestellt und fahrbereit.

Zuerst war ich, später auch meine Frau in Kopenhagen gewesen und beide hatten wir die Gelegenheit genutzt, das Bellabike auszuprobieren. Nun ist es unser, ich freue mich wie ein kleines Kind und würde am liebsten sofort noch eine Runde fahren, aber es ist noch keine Beleuchtung dran ... vielleicht geht trotzdem eine kleine Runde durch die autofreie Siedlung ... gilt hier eigentlich die StVO?

Das Urban Arrow aus Amsterdam. Das Bellabike aus Kopenhagen. Beide vereint in der Fahrradhauptstadt Deutschlands, in Münster. Na, wenn das nicht zum T-Shirt aus dem letzten Post passt.

Kommentare:

  1. Wann gibt es denn einen Dreijahrestest-Blogeintrag zum Bellabike? Der würde mich ja interessieren!

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  2. Ist 'ne Idee. Fällt auf jeden Fall durchweg positiv aus, ein echtes Arbeitstier, unverwüstlich!

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