Freitag, 1. Mai 2015

Bakfietstreffen 2015 Teil IV: Immer wieder Douze

Im Jahr 2014 waren Douze noch nicht ganz fertig mit ihrem Portfolio, zwischenzeitlich haben Messenger und Traveller die Serienreife erreicht. Für mich eines der schönsten Transporträder überhaupt, was nicht davon ablenken soll, dass es sich gut fährt.

Endlich bin ich auch mal Fahrgast!


Ein Hauptmerkmal des Douze ist die Teilbarkeit des Rahmens. Dafür haben sie über die Jahre eine spezielle Lenkung perfektioniert. Statt wie bei anderen Transporträdern über eine Stange wird hier über vier Bowdenzüge gelenkt - und so wird es möglich, den vorderen und hinteren Rahmenteil einfach voneinander zu treffen.

Im Alltag soll das "werkzeugfrei" möglich sein, man muss lediglich den vorderen Bremsgriff mit einem Schnellspanner vom Lenker lösen und dann zwei dicke Bolzen lösen und aus dem Rahmen schrauben.

Als ich mir das vorführen lasse, nimmt der Herr allerdings doch einen Inbusschlüssel zur Hand. Er erklärt mir, dass man vor der Trennung kleine Schrauben an der Lenkmechanik lösen muss. Will man darauf verzichten, muss man sich mit etwas mehr Spiel in der Lenkung zufrieden geben. Ich habe es ausprobiert und es fiel nicht negativ auf, im Vergleich zu einer komplett stramm eingestellten Lenkung würde ich letztere aber bevorzugen, sie fuhr sich besser.

© Jörg Albrecht
Für meine Testfahrt wähle ich einen Rahmen mit langem Vorbau. Es gibt sie in 40, 60 und 80 Zentimetern. Ich will Platz, viel Platz.

So viel Platz, dass ich Jörg Albrecht von CLAC an Bord nehmen kann, als ich ihn am Streckenrand entdecke. Und wie ihr oben schon gesehen habt: Plätze tauschen geht auch.

Von den Fahreigenschaften des Douze war ich schon 2014 überzeugt und bin es noch immer. Auch ohne Motorunterstützung kann ich ein paar flotte Runden drehen, die Lenkung reagiert sehr direkt und hat einen guten, sehr ruhigen Geradeauslauf.

Wäre meine erste Priorität nicht der Transport meiner Kinder, hätte ich vielleicht längst ein Douze vor der Haustür stehen, doch das Fehlen von Komfortdetails wie Maxi Cosi Adapter oder Regendach sprachen hier stets für das Urban Arrow.
Natürlich gibt es auch bei Douze Lösungen, um Kinder mitzunehmen. Ein Sitzkissen mit Rückenlehne, oder ein cleveres Kissen längs zur Fahrtrichtung, auf dem dann mehrere Kinder rittlings hintereinander Platz nehmen können.

Mittlere Box, große Box, kleine Box. 60, 80, 40

Ein Regendach für das Douze wird es nicht geben, in Südfrankreich haben sie das einfach nicht nötig (sic!) :D - wohl aber einen Sonnenschutz.

Und so zielt das Douze unterm Strich eher auf den Fahrradreisenden, der das Rad im Zug, Auto oder sogar Flugzeug mit zu fernen Orten nehmen möchte, und dort oder zuhause dann eher sein Gepäck oder die Einkäufe transportiert, als seine Familie.

Eine wahre Schönheit. Ich würde mir sehr wünschen, dass das Douze den nahezu gähnend langweilig von Bullits dominierten Fahrradkurier-Markt in den kommenden Jahren ordentlich aufmischt. Und wie so oft an dieser Stelle: den Platz auf meiner "Brauch' ich nicht, will ich aber haben!" Liste hat es sicher. Mit allen drei Rahmenlängen, zum Wechseln.

Kommentare:

  1. Hallo Jan,
    ich denke auch gerade über die Anschaffung eines Lastenrades nach. Das Duouze fuhr sich auf der Probefahrt echt gut, nur leider gab es keinen Berg in der Nähe zum testen. Ein Händler in Hamburg würde sogar einen Maxi Cosi Adapter einbauen. Allerdings ist die Sitzbank im UA eben eine richtige Bank und kein "Kissen" auf dem Boden.
    Wie war dein Gefühl beim Fahren des Douze im Vergleich mit dem UA, lässt es sich ohne E Motor genauso leicht fahren wie die Elektrounterstützung beim UA??

    Ich würde mich über eine kurze Rückmeldung freuen

    LG Sten

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    1. Ich finde, das Douze fährt sich mit und ohne Motor hervorragend. Beim Transport von Kindern fällt noch ins Gewicht, dass es kein Regendach gibt und geben wird. Da müsste man also selbst basteln - das tun allerdings viele Bullit-Besitzer auch.

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