Montag, 1. Juni 2015

Erkenntnisse zur NuVinci 360

Schon bei meinem ersten Urban Arrow war nach etwa einem Jahr der Schaltzug der NuVinci Nabe gerissen. Nun ist genau das gleiche wieder passiert, nach etwa der gleichen Nutzungsdauer. Weil die Anleitung zum Austausch eines Bowdenzuges in 47 äußerst komplizierten Schritten daher kam, habe ich das Rad wohlwollend in die Hände der Profis gegeben.

Macht einen guten Job


Die NuVinci Nabe ist eines der besten Details am Urban Arrow, gerade im Zusammenspiel mit dem Tretlagermotor macht sie gute Arbeit. Und mit 1.500Nm kann sie auch die Kraft von Fahrer + Motor ohne weiteres aufnehmen. Allerdings beschleicht mich nun der Verdacht, dass die ab Werk mitgelieferten Bowdenzüge vielleicht nicht die besten sind.

Damals wie heute waren die Züge im Drehgriff am Lenker ausgefranst. Beim ersten Mal bemerkte ich das erst, als sich bereits einzelnen Drähte aus den Ritzen im Griff schoben - und damit war auch der Griff ruiniert.

Da es keine Gänge im klassischen Sinne gibt, hat der NuVinci Drehgriff dieses Piktogramm


Dieses Mal merkte ich schon früher, dass etwas nicht stimmte - der Griff wurde seltsam schwergängig, ich fasste mir ein Herz und schraubte ihn mal auf. Und direkt wieder zu. Ich hatte das Gefühl, es wäre vielleicht ganz praktisch, Uhrmachermeister zu sein, um sich an die Reparatur zu wagen.

Dem Fachmann gelang die Reparatur dann doch - allerdings bestätigte man mir, dass die NuVinci Nabe ihre Tücken habe, und gerade das Ausfallende des Urban Arrow die Arbeit daran nicht unbedingt erleichtere. Besser also, wenn die Nabe ihren Dienst tut und keine Ausfälle zeigt.

Ich hatte zudem darum gebeten, die Einstellung der NuVinci noch einmal zu überprüfen. Nachdem vor ein paar Monaten der Antreiber getauscht worden war - ein bekanntes Problem der NuVinci, neuere Ware sollte direkt ab Werk mit einem kräftigeren Modell ausgestattet sein - hatten meine Frau und ich das Gefühl, mit dem Urban Arrow nicht mehr so schnell fahren zu können, wie bisher. Um 25 Stundenkilometer zu erreichen, musste man irrsinnig schnell treten.

Nun erklärte mir der Mechaniker: der Griff der NuVinci kann überhaupt nicht die gesamte Umdrehung der Nabe bewirken, der Bereich ist zu klein. Daher hatte er nun die Übersetzung so angesetzt, dass man ganz oben bis zum Maxium, zum "Overdrive", kommt, im unteren "Underdrive" Bereich dann allerdings etwas fehlt.

Nun fahren wir wieder flink wie immer, ein wenig überrascht bin ich davon allerdings schon. Kann es wirklich sein, dass der Griff der NuVinci nicht das gesamte Potential der Nabe ausnutzen kann? Habt ihr davon schon mal gehört?

In den zwei Tagen, in denen das Urban Arrow bei Fahrrad Look zur Reparatur war, kam natürlich das Bellabike verstärkt zum Einsatz. Und so sitzt unser jüngster Sohn mit 17 Monaten entspannt in der ersten Reihe:

Transportrad ist der neue Manta

Und irgendwann stelle ich mir dann doch mal einen Satz gutes Werkzeug zusammen und wage mich selbst an den Austausch eines Bowdenzuges der NuVinci. Irgendwann. Bestimmt.

Kommentare:

  1. Hi Jan, deine immer wiederkehrenden Probleme mit verschlissenen Nuvinci-Zügen sind echt ärgerlich. Interessant dabei ist, dass wir als Händler (Velogold.de) das so überhaupt nicht "teilen" können: Von wirklich "zig" Nuvinci-Fahrern (allerdings am Bakfiets.nl) hatten wir bisher nur zwei Fälle, wo wir die Züge gewechselt haben - also deutlich unter zwei Prozent... Insofern hast du entweder "nur" Pech oder UrbanArrow hat auch Anteil daran - vorstellen kann ich mir das nur schwer. Viel Glück ab heute! Gruß Lars, velogold.de

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    1. Danke! Zum Abreißen meinte die Vertragswerkstatt, es könne wohl nicht an der NuVinci selbst, wohl aber an der Montage der Züge liegen. Dass sie sich dabei selber angeschmiert haben, ist ihnen in dem Moment wohl entfallen. Ich erwarte mit Spannung, wie es weiter geht. Sieht man sich in Nijmegen im April?

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