Dienstag, 3. Juli 2012

Warum eigentlich kein Auto

Während unser Kindersitzadapter in Bau ist, draußen die Sonne scheint und ich auf genaue Pixelmaße für ein paar Bilder warte, die ich zurechtschneiden soll, erscheint es mir angemessen, mal auf unsere besondere Wohnsituation zu kommen.

Zunächst mal leben wir in Münster. Hier werden nahezu 40% aller Erledigungen des Tages auf dem Fahrrad gemacht, damit liegen wir beinahe auf dem Niveau der Holländer - gut, ist ja auch nicht weit weg.

Meine Familie haust aber nun seit bereits über einem Jahr auch noch in der autofreien Siedlung Weißenburg. Dieses autofreie Quartier ist 2001 entstanden und zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass zwischen den Häusern keine Autos herumfahren, nein, wer hier wohnt, der hat kein Auto.

Da passt eine Bakfiets natürlich prima ins Bild.

Mit seiner Topographie und der ausgezeichneten Infrastruktur für Radfahrer fällt es uns nicht schwer, auf das Auto nahezu komplett zu verzichten. Innerhalb der Stadt bilden eigentlich nur Transporte von extremem Sperrgut die Ausnahme.

Ich wüsste keinen Ort in der Stadt, den ich mit dem Auto oder dem Bus schneller erreichen könnte, als mit dem Rad. Auch wenn ich mir bereits von Großstädtern anhören musste, Münsteraner fänden es vom Geistviertel nach Kinderhaus immer so weit: das entspricht der Strecke vom Kölner Dom raus nach Ehrenfeld. Findet ihr das nah oder weit? ;)

Das Auto zieht in manchen Fällen nur knapp den kürzeren, dann allerdings, weil es einfach immer mit gewissem Aufwand verbunden ist, mit der ganzen Familie ein Auto zu besteigen. Bis man erstmal losgefahren ist, sind schon mal 10 Minuten vergangen. Unsere Bakfiets steht abfahrbereit vor der Tür.

Dazu kann man natürlich Schleichwege fahren - die meistens nicht nur kürzer, sondern auch wesentlich schöner sind, als die großen Ein- und Ausfallstraßen der Stadt. In den oben angesprochenen Vorort Kinderhaus zum Beispiel führt ab Innenstadtring eine verkehrsberuhigte Landstraße über Felder und Wiesen, eine Wonne, da entlang zu sausen.

Was den Autos der Innenstadtring, ist den Fahrrädern die Promenade. Auf der Strecke der mittelalterlichen Stadtmauer (die es nicht mehr gibt) um Münsters Altstadt umkreisen heute die Radfahrer den Stadtkern. Im Volksmund wird die Promenade daher auch gern Fahrradautobahn gerufen.

Wir haben einfach kein Auto nötig. So schön und so einfach ist das.

PS: unser Gazelle Cabby steht dann wohl doch bald zum Verkauf, vermutlich mit Eintreffen des Kindersitzes für die Box des Urban Arrow. Interessenten können sich gern melden.

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